Lagerhaltungskostensatz

 

Formel

Lagerhaltungskostensatz (LHKS) = Lagerkostensatz + kalkulatorischer Zinssatz (p.a.)

(Anmerkung: Der in der Formel aufgeführte „kalkulatorische Zinssatz (p.a.)” entspricht dem markt- bzw. banküblichen Zinssatz für das in den Lagerbeständen gebundene Kapital.)

 

Erläuterung / Interpretation

Der Lagerhaltungskostensatz gibt an, wie hoch die Kosten der Lagerhaltung (Kostenintensität) in Abhängigkeit vom Wert der gelagerten Ware sind.

Verändert sich der Lagerhaltungskostensatz, so hat dies Auswirkungen auf die Rentabilität sowie die Berechnung der optimalen Bestellmenge. Die möglichen Ursachen für eine negative Entwicklung des Lagerhaltungskostensatzes (d. h. Lagerhaltungskostensatz erhöht sich) können beispielshalber in einer zu geringen Lagerkapazitätsauslastung oder einer unwirtschaftlichen Lagerverwaltung begründet sein.

Je höher der durchschnittliche Lagerbestand, desto höher ist folglich auch der Lagerhaltungskostensatz. Je niedriger der durchschnittliche Lagerbestand, desto niedriger ist demnach auch der Lagerhaltungskostensatz.

 

Beispiele

1. Beispiel:
Die Lagerkostensatz eines Unternehmes wurde mit 16 % ermittelt und der aktuelle kalkulatorische Zinnssatz liegt bei 8 % (p.a.). Wie hoch ist der Lagerhaltungskostensatz (LHKS)?
LHKS = 16 % + 8 % = 24 %
➽ Der Lagerhaltungkostensatz beträgt 24 %...

2. Beispiel:
Der Lagerhaltungkostensatz eines Unternehmens wurde mit 20 % ermittelt. Der Material BF2502 befindet sich im Lager und hat einen Einstandspreis von 500 € pro Stück. Wie hoch sind die Lagerhaltungkosten pro Stück des Materials BF2502?

Lagerhaltungkosten (BF2502) = 20 % von 500 € = 100 €
➽ Die Lagerhaltungkosten pro Stück des Materials BF2502 betragen 100 € pro Jahr; d. h. nach fünf Jahren würden die Lagerhaltungskosten den „Wert” des Materials BF2502 „vernichten”.