Lagerumschlagshäufigkeit / Umschlagshäufigkeit

 

Formel

Lagerumschlagshäufigkeit (LU)

1.

2. Betrachtet man die Periode für ein Jahr, so erhält man die Formel (vgl. Ø Lagerdauer):

Lagerumschlagshäufigkeit

 

Erläuterung / Interpretation

Die Lagerumschlagshäufigkeit (LU) gibt an, wie oft sich das im Lager befindliche Material innerhalb einer Periode (meist 1 Jahr) umschlägt; d. h. wie oft sich das Material im Lager verbraucht oder verkauft und durch Neueinlagerung ersetzt wurde. Bei der Lagerumschlagshäufigkeit wird also der Materialverbrauch mit dem Lagerbestand in Beziehung gesetzt.

Eine Reduzierung der Umschlagshäufigkeit würde anzeigen, dass die Lagerhaltung und damit die Kapitalbindung zugenommen haben: dies ist negativ zu bewerten. Ziel ist es also, eine möglichst hohe Umschlagshäufigkeit zu erzielen. (Das Lager soll sich oft „erneuern”.)

Eine Erhöhung der Umschlagshäufigkeit bewirkt eine Verkürzung der Lagerdauer. Dies führt zu einer Senkung der Lagerkosten sowie des Kapitaleinsatzes durch Kapitalbindung: dies ist positiv zu bewerten. Maßnahmen zur Erhöhung der Umschlagshäufigkeit waren z. B. eine Reduzierung des Sicherheitsbestands, eine Verkürzung der Beschaffungszeiten, eine Optimierung des Sortiments (attraktiveres Angebot für Kunden), etc.

Die Betrachtung der Lagerumschlagshäufigkeit sollte nicht nur pauschal für das gesamt Lager durchgeführt werden, sondern auch pro Materialgruppe oder auch Materialposition. Dabei wären insbesondere die A-Güter näher zu betrachten.

Eine Faustregel, die oftmals vorgeschlagen wird, lautet: „Vorräte mit einer Lagerumschlagshäufigkeit von LU < 0,5 sollten aus dem Lagerbestand entfernen werden”. Diese Bereinigung führt dazu, dass z. B. Lagerflächen frei werden und im Lager gebundenes Kapital ebenfalls frei wird (Liquidität!).

Allerdings kann es auch Gründe geben, weshalb man Material mit niedriger Lagerumschlagshäufigkeit dennoch im Lager behält: z. B. ein wichtiges Ersatzteil für eine Produktionsmaschine, das eine lange Lieferzeit hat oder nur sehr schwer wiederbeschafft werden könnte. Würde dieses Ersatzteil nicht immer vorrätig sein, so könnte die ganze Produktion zum stehen kommen (Fehlmengenkosten!). Ein weiterer Grund könnte sein, dass bestimmte Materialien aus spekulativen Gründen, z. B. in Erwartung einer Preiserhöhung, oder für Reifeprozesse (z. B. Wein) gelagert werden - eine Betrachtung der Umschlagshäufigkeit ist in solchen Fällen oftmals nicht sinnvoll.

 

Beispiele

1. Beispiel:
Aus dem Lager eines Unternehmens wurden innerhalb eines Geschäftsjahres insgesamt 300 Stück des Artikel BF2502 für die Produktion entnommen. Der durchschnittliche Lagerbestand des Artikel betrug 25 Stück. Wie groß ist die Umschlagshäufigkeit?


➽ Die Umschlagshäufigkeit beträgt 12 - d. h. das Lager schlägt sich 12 Mal pro Jahr (oder alle 30 Tage bzw. jeden Monat) um...

2. Beispiel:
Aus dem Lager eines Unternehmens wurde in einem Geschäftsjahr Waren im Wert von 220.000 € entnommen. Der durchschnittliche Lagerwert betrug 550.000 €. Wie groß war die Umschlagshäufigkeit?


➽ Die Umschlagshäufigkeit beträgt 0,4 - d. h. das Lager schlägt sich 0,4 Mal pro Jahr (oder alle 900 Tage) um...

3. Beispiel:
In einem Unternehmen beträgt die durchschnittliche Lagerdauer 45 Tage. Wie groß ist die Umschlagshäufigkeit?


➽ Die Umschlagshäufigkeit beträgt 8 - d. h. das Lager schlägt sich 8 Mal pro Jahr (oder alle 45 Tage) um...